Am 24. Januar hat Südafrikas neue Partei COPE - "Congress of the People" ihr neues Manifest verabschiedet. COPE versteht sich als demokratische Alternative zum durch Korruption und Machtmißbrauch in Verruf geratenen ANC. Die neuen starken Männer sind der Ex-Verteidigungsminister Mosiua Lekota und der Ex-Premier von Gauteng, Mbhazima Shilowa. Der gestürzte südafrikanische Ex-Präsident Thabo Mbeki hat sich zwar (noch?) nicht explizit hinter die neue Partei gestellt, jedoch deutliche Kritik an dem Personenkult von ANC Führer Jacob Zuma ausgedrückt. Zuma, der bereits wegen eines Vergewaltigungsdelikts vor Gericht stand, muß sich weiterhin wegen Korruptionsverdachts verantworten.
Seit Gründung der neuen Partei erlebt der ANC eine beispiellose Austrittswelle von Mitgliedern. Auch prominente "Comrades" laufen zu COPE über. Es könnte eng werden für Zuma und seine Genossen, denn die neue Partei findet Zuspruch gerade auch bei den jüngeren schwarzen und farbigen Wählern, die mit dem Anti-Apartheids "struggle" der älteren ANC Leute nichts mehr am Hut haben und bisher eher ohne politische Heimat sind. Auch für viele weiße Südafrikaner ist COPE neuer Hoffnungsträger. Viele hatten dem Land in den letzten Jahren des Rücken gekehrt, enttäuscht von Mißwirtschaft, Korruption, stetig steigender Kriminalität und einem dubiosen Präsidentschaftsanwärter. Man fürchtete, das Land könne verkommen wie viele andere Länder Afrikas, vor allem wie der desolate Nachbar Zimbabwe.
Magazine und Zeitungen
Independent Online
Zusammenschluss mehrerer Zeitungen wie Cape Argus, Cape Times u.a.
The Star
Grosse Tageszeitung für Johannesburg und Gauteng. Mit Online Teil.
Mail & Guardian Einst linksliberales Sprachrohr Südafrikas. Heute gemässigt regierungskritisch.
Die Burger Altehrwürdige Zeitung für die Afrikaans sprechende Bevölkerung mit eher konservativer Ausrichtung.
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COPE will eine Partei für alle Südafrikaner sein, über die Rassenschranken hinweg. Man gibt sich demokratisch, verfassungstreu, modern, offen und kämpferisch. Auch vor Frontalangriffen gegen Zuma schreckt die Partei nicht zurück, der offen als Vergewaltiger und SA-Stalin hingestellt wird. Zuma's ANC läßt seinerseits keine Möglichkeit ungenutzt, der Konkurrenz Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Veranstaltungen von COPE werden terrorisiert und niedergebrüllt, der Zugang zum halbstaatlichen Fernsehen wird nahezu unmöglich gemacht. Es wird dennoch spannend werden bei den nächsten Präsidentschaftswahlen, die am 22. April 2009 stattfinden. Südafrika hat wieder eine Chance.