Ein grosses Problem sind die Dürreperioden in Namibia. Sie halten oft mehrere Jahre lang an und treiben dann viele Farmen in den wirtschaftlichen Ruin. Weil der Zukauf von Futter zu kostspielig ist, müssen die Herden zu Niedrigpreisen verkauft werden. Vielen Farmern fehlt dann am Ende der Dürrezeit das Kapital, um neue Zuchtiere zu kaufen und Herden wieder aufzustocken.
Nicht wenige namibische Farmer haben sich in den letzten Jahren für ein zweites Standbein im Tourismus entschieden. Die zahlreichen Gästefarmen in Namibia zeugen von dieser Entwicklung. Ein Aufenthalt auf einer Guest Farm kann sehr lohnend sein und einen guten Einblick in das Leben der Namibier vermitteln. Viele der über 2000 Farmen sind wahre Naturparadiese, oft mit beträchtlichem Wildbestand und Jagdmöglichkeit. Adressen von Gästefarmen (Guest Farms) finden Sie auf der Info-Seite.
Oben: Karakulschafe. Einst ein lukratives Geschäft, doch nach dem Boykott von Persianerfellen mussten viele Farmer auf andere Erwerbsquellen umsteigen. Links: Die Straussenzucht hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.
Farmen in Namibia
In den zentralen Trockengebieten Namibias beschränkt sich die landwirtschaftliche Nutzung im wesentlichen auf extensive Weidewirtschaft. Im niederschlagsarmen Süden Namibias werden vorwiegend Schafe und Ziegen gezüchtet, im feuchteren nördlichen Teil meist Rinder. Die Farmer liefern Fleisch für den namibischen sowie für den grossen südafrikanischen Markt.
Wegen des spärlichen Bewuchses in Namibia sind grosse Flächen erforderlich, um relativ wenige Tiere ernähren zu können. Ein Rind benötigt etwa zehn Hektar Naturweide, Schaf und Ziege jeweils etwa zwei bis drei Hektar. Um wirtschaftlich rentabel arbeiten zu können, haben die Farmen deshalb - wie fast überall in Namibia - eine beträchtliche Grösse, meist zwischen fünf- und zehntausend Hektar.