Die San sind meisterhafte Bogenschützen. Der Bogen ist relativ klein, und die Reichweite der Pfeile liegt damit unter 25 Metern. Buschmänner müssen sich deshalb recht nah an ihre Beute heranpirschen, worauf sich die geschmeidigen Jäger allerdings auch bestens verstehen. Ist ein Tier von einem Pfeil getroffen, so hat es keine Chance zu entkommen. Die vergifteten Pfeilspitzen sind absolut tödlich. Das Pfeilgift wird aus der Larve eines bestimmten Käfers gewonnen. Nach einem Rezept, das nur die Buschmänner selbst kennen, werden verschiedene Kräuter hinzugefügt, um die Wirkung zu verstärken. Gegen das Pfeilgift der San hat noch niemand ein Gegengift gefunden. Auch für Menschen gibt es keine Überlebenschance, selbst wenn nur geringfügige Mengen des Gifts in die Blutbahn gelangen.
Oben: Bushman bei der Jagd mit Pfeil und Bogen. Links: Kleines Dorf im Buschmannland bei Tsumkwe, Namibia.
Bushmanland
Namibia
Die San, volkstümlich als 'Buschmänner' bezeichnet, sind die älteste Bevölkerungsgruppe in Namibia. Die kleinwüchsigen, freundlichen Menschen sind Jäger und Sammler. Die Frauen sammeln Wildfrüchte, Beeren und die stärkemehlhaltigen Feldzwiebeln, während die Männer der Jagd nachgehen.
Die San haben ein sehr tiefgehendes Verständnis der Natur und ihrer Ökologie. Sie sind in der Lage, Hunderte von Pflanzenarten zu unterscheiden und gelten zudem als ausgezeichnete Fährtenleser. Leider leben heute nur noch wenige San in der traditionellen Weise. Es ist vor allem der Alkoholismus, der die Kultur der San bedroht.