Sowohl Hereros als auch Namas erkannten jedoch schliesslich, dass die deutsche Kolonisierung ihre ursprünglichen Lebens- und Existenzmöglichkeiten bedrohte. Beide Volksgruppen erhoben sich zum Kampf. Die militärischen Auseinandersetzungen dauerten bis zum Jahre 1908 und endeten mit der völligen Unterwerfung der schwarzen Bevölkerung.
Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde das Gebiet durch Südafrika besetzt. 1920 erhielt Südafrika das Land vom Völkerbund als Mandatsgebiet zugesprochen. Das Mandat wurde 1966 von der UNO wieder aufgehoben. Südafrika weigerte sich jedoch, diese Entscheidung anzuerkennen. Es folgten lange Jahre der militärischen Auseinandersetzung zwischen Südafrika und der von der UNO gestützten namibischen Befreiungsorganisation SWAPO. Am 21. März 1990 konnte die politische Unabhängigkeit schliesslich verwirklicht werden.
Oben: Kanoniere der Deutschen Schutztruppe, Deutsch-Südwestafrika (sw-Foto coloriert). Links: Die "Alte Feste" in Windhoek, 1890 von den Kolonialsoldaten gebaut, heute ein Museum.
Namibia
Geschichte
Namibia war von 1884 bis 1914 sogenanntes "Deutsches Schutzgebiet" und hiess "Deutsch-Südwestafrika". Das Deutsche Reich entsandte die "Kaiserlich-Deutsche Schutztruppe". Sie hatte die Aufgabe, das Gebiet zwischen Oranje und Kunene in eine deutsche Kolonie zu verwandeln. Deutsche Siedler sollten Land erwerben und ungehindert bewirtschaften können. Dazu musste die dort lebende schwarze Bevölkerung, überwiegend Namas und Hereros, unterworfen werden
Die Kolonisierung wurde zunächst auf mehr oder weniger friedliche Weise versucht. Man handelte mit den Vertretern der Namas und Hereros Verträge aus. In diesen "Schutzverträgen" wurde beiden Gruppen militärischer Schutz zugesagt. Im Gegenzug erklärten diese sich bereit, die Inbesitznahme oder Nutzung ihres Landes durch deutsche Siedler zu tolerieren.