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Kriminalität in Südafrika

Über die Kriminalität in Südafrika wird in den europäischen Medien viel und gern berichtet. Üblicherweise wird dabei ein düsteres Bild gezeichnet und Südafrika als ein Land dargestellt, in dem es von Verbrechern nur so wimmelt und die Polizei sich im Nichtstun übt. Südafrikaner - zumindest diejenigen, die den Tourismus im Lande fördern möchten - tendieren auf der anderen Seite dazu, ein allzu rosiges Bild von der Sicherheit in Südafrika zu zeichnen und die Kriminalität herunterzuspielen.

Fest steht, dass in Südafrika nach wie vor ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung in grosser Armut lebt, auf engstem Raum in den Wellblech- und Pappehütten der Elendsquartiere und ohne ein nennenswertes Einkommen. Diese "Informal Settlements" oder "Squatter Camps" - ein Erbe aus der Apartheid Zeit - liegen rings um die Städte und sind eine Brutstädte für Kriminalität und Gewalt, zumal hier auch viele illegale Einwanderer aus anderen Ländern Afrikas leben. Der ganz überwiegende Teil aller Delikte findet innerhalb dieser Elendsquartiere statt, so zum Beispiel die zahlreichen Vergewaltigungen oder Mord- und Totschlagsdelikte, die die entsprechenden Anzahlen in Deutschland um ein Vielfaches übertreffen. Auf Grund der schwierigen Zugangsbedingungen ist die Polizei oft machtlos, und so ist auch die Aufklärungsquote für Gewalttaten sehr viel geringer als die in Deutschland.

Ein weiterer Brennpunkt für Gewaltkriminalität sind bedauerlicherweise die Farmen. Vor allem weisse Farmer werden immer wieder Opfer von bewaffneten Überfällen, Vergewaltigungen und Mord. Nach Untersuchungen der South African Human Rights Commission und unabhängigen Organisationen sind seit 1994 mehr als 3000 Farmer ermordet worden. Bemerkenswert ist, dass die Polizei oft wenig Interesse zu zeigen scheint, Hilfe zu leisten.

Der Tourist ist - sofern er die Townships meidet - von der hohen Kriminalität in Südafrika im allgemeinen nicht betroffen, zumindest ist das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, kaum größer als in anderen Großstädten dieser Welt.

Die Kriminalitätsrate ist - wenn man den Angaben der Regierung glaubt - in den letzten Jahren in Südafrika stetig zurückgegangen, wenn auch nur um wenige Prozentpunkte pro Jahr. Dies ist zwar noch kein Grund zum Aufatmen, jedoch ein Zeichen, dass das Land auf dem richtigen Weg ist. Der Staat hat erhebliche Investitionen in seine Polizeikräfte getätigt, sowohl was die Zahl der Beamten betrifft als auch in Bezug auf Ausrüstung, Motivation und Ausbildung.

sapolizei

In den Innenstädten wurden zudem Überwachungs-Kameras installiert, wodurch Einbruchs- und Diebstahl-Delikte stark zurückgegangen sind. In den Wohnvierteln wurde die "Neighborhood Watch" eingeführt, unbewaffnete Bürgerwehren, die nachts - teilweise auch tagsüber - Patroullien fahren und über Funk mit der örtlichen Polizeistelle in Verbindung stehen.

Korrupte Polizei
Leider gibt es immer wieder korrupte Polizisten in Südafrika. Besonders Verkehrspolizisten bieten Verkehrssündern gern ermäßigte Gebühren bei Barzahlung an. Man bekommt dann natürlich keine Quittung und das Geld wandert direkt in die Tasche des Polizeibeamten. Vor allem im Umfeld des Kruger Nationalparks und in anderen Teilen der Provinz Mpumalanga ist dies zu einem beliebten Nebenerwerb mancher Polizisten geworden. Einige Polizisten geben auch vor, Straßengebühren einzuziehen. Sie behaupten dann zum Beispiel wahrheitswidrig, die Straße, auf der man gerade fährt (z.B. der Long Tom Pass), sei mautpflichtig.

Selbstverständlich ist all dies völlig illegal. Verweigern Sie jegliche Barzahlung, und melden Sie den korrupten bzw. kriminellen Polizisten möglichst auf der Anti-Corruption-Hotline 082 451 7044, die rund um die Uhr erreichbar ist. Falls der Polizist Ihnen seinen Namen und seine Dienstnummer nicht nennen will und sein Namensschild von der Uniform entfernt hat, notieren Sie sich das Autokennzeichen des Polizei-Fahrzeugs, Ort und Uhrzeit des Vorfalls und melden dies auf der Hotline. Meist kann dann der Polizist ermittelt werden. Zeigen Sie dem Verkehrspolizisten unbedingt die Karte der Roadside Anti-Corruption Initiative. PDF DOWNLOAD. In den allermeisten Fällen wird sich der korrupte Beamte dann sofort entfernen, oft fluchtartig. Wenn Sie die Karte während der Fahrt gut sichtbar hinter Ihrer Windschutzscheibe befestigen, können Sie zudem vermeiden, überhaupt angehalten zu werden. Allerdings sollten Sie die Karte entfernen, wenn Sie Ihr Fahrzeug parken.

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