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 wasser sparen

Dürrezeit und große Wasserknappheit in Kapstadt und Westkap Provinz

Kapstadt erlebt zur Zeit eine besonders lange Dürrephase verbunden mit extremer Wasserknappheit, die in diesem Ausmaß - so sagen die Behörden - noch nie dagewesen ist. Betroffen von der Trockenheit und dem Wassermangel ist nicht nur Kapstadt, sondern die gesamte Provinz Western Cape, wobei einige Regionen, vor allem die Garden Route und der Overberg, weniger Probleme haben.

Ursache für den niedrigen Grundwasserspiegel und nahezu leere Wasserreservoirs sind zu geringe Niederschläge über mehrere Jahre hinweg und insbesondere während der Regenmonate im vergangenen Jahr. Kapstadt liegt bekanntlich in der Winterregenzone. Niederschläge fallen hauptsächlich von April bis Oktober, wobei die feuchtesten Monate Juni, Juli, August und September sind. Zwischen Dezember und März regnet es sehr selten. Zu hohen Temperaturen kommen dann noch kräftige - oft stürmische - Winde hinzu, was zu hoher Verdunstung führt und den Böden rasch die Feuchtigkeit entzieht.

Man kann also davon ausgehen, dass der Wassermangel auf Grund der allgemeinen klimatischen Bedingungen am Kap wohl noch bis April oder sogar länger anhalten wird. In den letzten Wochen hatte sich der Himmel zwar einige Male dunkelgrau gezeigt, doch die Wolken hatten sich alsbald wieder verzogen, Hier und da fielen lediglich ein paar Tropfen.

Ein weiterer Grund für die dramatische Wasserknappheit in Kapstadt und Umgebung ist der hohe Wasserverbrauch der Bevölkerung. Kapstädter lieben große Swimmingpools inmitten von satt grünen Rasenflächen und üppig blühenden Gärten. Während der trockenen Sommermonate ist das natürlich nur mit heftiger Bewässerung realisierbar. Außerdem muss man wissen, dass die gesamte Kapregion in den letzten Jahren einen riesigen Bevölkerungszuwachs aus dem Großraum Johannesburg zu bewältigen hatte. Immer neue Stadtteile wurden aus dem Boden gestampft. Der Zuwachs wird auch zukünftig weitergehen, wohingegen die Wasserressourcen eher rückläufig sind. Geplant wird zur Zeit der Bau von Meerwasser-Entsalzungsanlagen in Strandfontein, Monwabisi und Granger Bay und weiteren Orten, aber das ist natürlich eine sehr kostspielige und zudem keine kurzfristige Lösung.

Die Stadt Kapstadt hat die Bevölkerung nun dringend zum Wassersparen aufgerufen, um Wasserrationierungen und andere drastische Maßnahmen zu vermeiden und vor allem, um die Auswirkungen auf den für die Stadt so wichtigen Tourismus so gering wie möglich zu halten.

So müssen zum Beispiel Swimmingpools mit Planen abgedeckt werden, um den Wasserverlust durch Verdunstung so gering wie möglich zu halten. Nachgefüllt werden dürfen Swimmingpools nicht mehr mit städtischem Trinkwasser. Einige Hotels sind darum dazu übergegangen, ihre Schwimmbäder mit Meerwasser zu befüllen. Autos dürfen nicht mehr per Wasserschlauch sondern nur noch per Eimer gewaschen werden. Gärten dürfen ebenfalls nur noch notdürftig per Eimer oder Gießkanne gewässert werden, und das auch nur an zwei Tagen in der Woche für jeweils eine Stunde.

Golfplätze und Parks dürfen nur noch mit Brauchwasser gewässert werden. Die Errichtung von neuen Golfanlagen ist gänzlich untersagt. Es drohen Bußgelder von bis zu 10.000 Rand. Den Hotels und Gästehäusern wurde empfohlen, ihre Gäste zu bitten, nicht länger als 2 Minuten zu duschen und auf Vollbäder zu verzichten.


Wasserverbrauch Kapstadt 50 Liter
DAY ZERO: Aktuelle Lage in Kapstadt

Per 1. Februar 2018 wurden die Beschränkungen weiter verschärft (Level 6B). Der Wasserverbrauch pro Kopf und Tag wurde auf maximal 50 Liter begrenzt. Dieser Wert konnte schon kurz nach Bekanntmachung dieser Maßnahme unterschritten werden, und der Wasserstand im großen Thewaterskloof Dam und in weiteren Stauseen fiel nur noch minimal. Der ursprünglich für den 14. April festgelegte „Day Zero“ wurde nun von der City of Cape Town auf den 9. Juli verschoben. Sollte sich bis zu diesem Stichtag die Situation nicht nachhaltig gebessert haben, sind weitere Einschränkungen des Wasserverbrauchs möglich bzw. wahrscheinlich. Dann könnten die Wasserhähne geschlossen und das Wasser stark rationiert werden. Schulen und Kindergärten würden geschlossen. Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser, Polizeistationen und Notfalldienste blieben natürlich geöffnet und funktionsfähig. Die Behörden versichern, dass auch bei Eintreten von „Day Zero“ noch genügend Trinkwasser und Wasser für die Grundbedürfnisse zur Verfügung stehen würde, sowohl für Einheimische als auch für Touristen.

Schon ab Mai beginnt es am Kap normalerweise feuchter zu werden, und man kann erwarten, dass sich die Wasser-Situation dann rasch wieder entspannen wird.

Aktuelle Lage: Entwarnung

Neue Lage am 20.2.2018: Die Füllstände der großen Stauseen um Kapstadt haben sich wie schon in der Vorwoche weiter erhöht. Der Day Zero wurde nun auf den 9. Juli geändert. Damit dürfte die Gefahr gebannt sein, denn dieser Termin liegt schon in der Regenzeit. Wassersparen hilft eben doch, wie die Kapstädter feststellen mussten. Hoffen wir nun auf regenreiche Wintermonate.

Wenn Sie eine Reise nach Kapstadt planen und Informationen zur aktuellen Lage benötigen, können Sie sich an Khashana Travel in Füssen wenden. Tel 08362 926 8303. Email info@khashana.de.