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Die Ausbreitung
der Trekburen Siedler am Kap

Trekburen auf der Suche nach Weideland und Unabhängigkeit

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts dehnten sich die Siedler am Kap immer weiter von Kapstadt in Richtung Norden und Richtung Osten aus. Diese Siedlungsbewegungen wurden von den sogenannten Trekburen (afrikaans: Trekboere) getragen, weisse Farmer bzw. Siedler, die auf der Suche nach gutem Weideland für ihr Vieh sowie nach Unabhängigkeit von der Verwaltung der Kapkolonie immer weiter ins Inland vordrangen.

Konflikte mit Khoikhoi und Xhosas

Die Trekburen waren ein buntes Völkchen von Migranten. Überwiegend waren sie holländischer Abstammung, aber es gab auch Khoikhoi unter ihnen, Gemischtrassige, französische Hugenotten, deutsche Pietisten, indonesiche Sklaven, Maleien, entlassene (und entlaufene) Sträflinge und viele andere Abenteurer. Sie alle einte das freie ungebundene Landleben. Per Zelt und Ochsenwagen zogen sie durch die Lande und verzichteten bewusst auf eine reglementierte Existenz im Schutze der ungeliebten und zum Teil korrupten städtischen Verwaltungsbehörden. Der Preis, den die Trekburen dafür zahlen mussten, waren ständige kriegerische Auseinandersetzungen mit den einheimischen Völkern. Zunächst widersetzten sich die Khoikhoi mit Erfolg der Eroberung ihrer angestammten Siedlungs- und Weidegebiete.

Trekburen Gemälde

Trekburen Wanderungen Karte

Seit Ende des Jahrhunderts waren es dann die im Osten siedelnden Xhosa Völker, die sich den Trekburen entgegenstellten. Besonders im Zuurveld - im östlichen Randbereich der Kolonie, begrenzt durch den Great Fish River - kam es immer wieder zu Scharmützeln. 1779 brach schliesslich der erste einer Reihe von heftigen Kriegen mit den Xhosa aus.

Protest gegen die Kolonialverwaltung

Auch in den städtischen Gemeinden wuchs die Gefahr der Konfrontation. Hier standen sich die nach politischer Selbstbestimmung strebenden Bürger und eine schwache, korrupte und wirtschaftlich nahezu bankrotte Kolonialverwaltung gegenüber. Die zahllosen Auseinandersetzungen mündeten schliesslich in offenem Protest. Die Städter forderten die Unabhängigkeit von der Kolonialverwaltung. In Swellendam und in Graaff-Reinet wurden die ersten Republiken ausgerufen. Ihre Existenz war allerdings nur von kurzer Dauer.

England annektiert die Kapkolonie

Der Machtkampf zwischen Bürgern und Verwaltung endete mit der Landung britischer Schiffe am Kap und der Übernahme der Kolonie durch das englische Königreich im Jahre 1795.

Bild oben: Ausdehnung der Trekburen in Südafrika.
Bild links: "The Trekboers", Gemälde von Samuel Daniell (1775 - 1811)

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